Virtuelles Wasser
Der globale Wasserbedarf steigt kontinuierlich. Insbesondere das Bevölkerungswachstum, verbesserte Lebensstandards und ein verändertes Konsumverhalten führen zu einem erhöhten Wasserverbrauch, während zunehmende Verschmutzung der globalen Süßwasserressourcen und Klimaveränderungen zu einer Verschärfung von Wasserknappheit führen.
Wasser wird dabei nicht nur direkt genutzt, etwa beim Duschen, Kochen oder Abwaschen. Ein Großteil unseres täglichen Wasserverbrauchs steckt "unsichtbar" in Alltagsprodukten wie beispielsweise in Lebensmitteln oder der Kleidung.
Dieses indirekte Wasser, das entlang der Wertschöpfungskette für Anbau, Produktion und Verarbeitung benötigt wird, nennt man „virtuelles Wasser“. Das Konzept wurde in den 1990er Jahren vom Geographen John Anthony Allan geprägt und hat die öffentliche Diskussion über globalisierte Wassernutzung entscheidend beeinflusst. Virtuelles Wasser macht sichtbar, wie eng unser Konsum mit globalen Wasserressourcen verknüpft ist und warum bewusste Entscheidungen im Alltag tatsächlich einen Unterschied machen können.

Aus dem Konzept des virtuellen Wassers heraus entwickelte sich in intensiver Forschungszusammenarbeit das Konzept des Wasserfußabdrucks. Der Wasserfußabdruck misst die Wassermenge, die zur Herstellung jeder einzelnen von uns genutzten Ware und Dienstleistung verbraucht wird. Er kann für einen einzelnen Prozess gemessen werden, beispielsweise für den Anbau von Reis, für ein Produkt, beispielsweise eine Jeans, für Kraftstoff, den wir in unser Auto tanken, oder für ein gesamtes multinationales Unternehmen.
💡Berechne deinen Wasserfußabdruck → www.waterfootprint.org
