Deutschland - Satellitenbild

Deutschland - Bild und Karte
978-3-14-100900-2 | Seite 18 | Abb. 1| Maßstab 1 : 3500000

Überblick

Das Satellitenbild von Deutschland besteht aus Mehrspektralaufnahmen, die in Echtfarben im Bereich des sichtbaren Lichts umgewandelt wurden. Karten sind eine zweidimensionale, verkleinerte und somit generalisierte Abbildungen der gesamten Erdoberfläche oder eines Teilgebietes. Als Datengrundlage für die Erstellung einer Karte dienen unter anderem Satellitenaufnahmen – wie im Falle der Deutschlandkarte – oder auch Luftaufnahmen.

Zur Entstehung von Satellitenbildern

Satelliten umkreisen die Erde in einer Höhe von 700 bis 1 000 Kilometern. Die Daten werden in mehreren separaten Spektralkanälen (Bändern) im sichtbaren und unsichtbaren Bereich aufgenommen, ähnlich wie bei einem Scanner. Danach werden die Daten zu Bodenstationen gesendet, die sie anschließend an Forschungseinrichtungen weitergeben. Jedes Gebiet wird in bestimmten Zyklen erneut erfasst, sodass zeitlich dichte Datenreihen entstehen.

Die Rohdaten werden dann mit Computerprogrammen weiterverarbeitet, um mögliche Korrekturen von Flugbahnschwankungen oder geometrische Anpassung an die Koordinaten gängiger Kartenwerke vorzunehmen, zugleich sorgen sie für die Zusammensetzung räumlich benachbarter Aufnahmen und die Auswertung der Spektralbereiche mit nötigen Farb- und Kontrastkorrekturen. Neben Echtfarbenbildern können auch Infrarotaufnahmen (zur Ermittlung der Wärmeabstrahlung) hergestellt werden.

Die aufbereiteten Satellitenbilder ermöglichen die rasche Erfassung und Auswertung räumlich strukturierter Daten. Die räumlichen Einheiten sind dabei relativ frei wählbar. Liegen regelmäßig erstellte Aufnahmen vor, sind auch Zeitvergleiche möglich.

Bei höher aufgelösten Satellitenbildern sind deutlich mehr Details sichtbar, unter anderem lassen sich dort Verkehrswege, See- und Flughäfen oder Industriegebiete erkennen.

Farben und Strukturen

Die Landschaften auf einem Satellitenbild können in mehreren Schritten erschlossen werden. Zur Orientierung dienen dabei in erster Linie die Farben und Strukturen:

Die Rotfärbung auf dem Bild zeigt die städtischen Siedlungsgebiete und Verdichtungsräume in Deutschland, etwa das Ruhrgebiet oder die Rhein-Main-Region. Die Schwarztöne weisen auf die Meeresgebiete hin, die sich von den Friesischen Inseln, Helgoland und den Ostseeinseln abheben. Das Wattenmeer ist an den hellen Blautönen erkennbar, die Flachwasserbereiche markieren. Eine bläuliche Einfärbung zeigen auch die Bodden und Haffbereiche an der Ostseeküste. Mittelgebirge wie der Harz und der Schwarzwald heben sich durch die dichte Waldbedeckung (als dunkelgrüne Räume gekennzeichnet) von der ackerbaulich genutzten Umgebung ab. Inselhaft zeichnet sich ackerbauliche Nutzung ab, linienhaft große, tief eingeschnittene Täler, die Leitlinien der Besiedlung und des Verkehrs sind. Im Nordosten heben sich bewaldete Gebiete der Glaziallandschaften als relativ geschlossene Bänder dunkelgrün von ihrer Umgebung ab. Dort sind auch größere Seen (bläulich-schwarze Färbung) vorzufinden. Einige großräumige Ackerlandschaften wie die Magdeburger Börde oder das nördliche Oberrheinische Tiefland sind zum Teil scharf abgegrenzt und daher gut zu identifizieren. In anderen Teilen Deutschlands bilden die Ackerflächen zusammen mit Grünland, Wald und Gewässern ein kleinteiliges Mosaik. Dies ist etwa in Mittelhessen oder Mecklenburg-Vorpommern der Fall. Grünland (Wiesen und Weiden) ist durch seine hellgrüne Farbe zu erkennen. Es nimmt zum Beispiel im Nordwesten Deutschlands oder im Alpenvorland größere zusammenhängende Gebiete ein.

Die Alpen lassen sich nicht anhand einer einzelnen Farbe abgrenzen. Während die Hochlagen an den weißlich-gelblichen Farbtönen erkennbar sind, gleichen die mittleren, dicht bewaldeten Lagen den Mittelgebirgen (dunkelgrün). Am Alpenrand liegen (wie in den nordostdeutschen Glaziallandschaften) einige große Seen.

Neben den Farben liefern oft markante Strukturen nützliche Anhaltspunkte für das Verständnis der Karte wie zum Beispiel die Kämme des Teutoburger Waldes.

Bedeutend schwerer abzugrenzen sind kleingekammerte Landschaften wie beispielsweise das Hessische Bergland. Hier dienen Strukturelemente in Kombination mit Farbnuancen der Unterscheidung.

Diagramm

Das Diagramm zeigt die Anteile der einzelnen Nutzungsarten an der Fläche Deutschlands und deren zeitlichen Wandel. Die landwirtschaftlichen Flächen nehmen gut die Hälfte des Landes ein, ihr Anteil sinkt derzeit, vor allem zugunsten von Wald, Siedlungs- und Verkehrsflächen.

Wälder nehmen knapp ein Drittel Deutschlands ein, ihr Anteil ist in den letzten Jahren gestiegen. Dazu trägt die Stilllegung von nicht wirtschaftlich nutzbaren Acker- und Grünlandflächen ebenso bei wie die zuletzt deutlich gestiegene wirtschaftliche Attraktivität der forstlichen Nutzung (Nachfrage nach dem Rohstoff Holz). Ein kleiner Teil der Wälder Deutschlands liegt in den Nationalparks und steht dort unter besonderem Schutz.

Seit Jahrzehnten nehmen die Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland zu. Vor allem wegen der damit verbundenen Bodenversiegelung und der fortschreitenden Zerschneidung natürlicher Lebensräume wird diese Entwicklung kritisch beurteilt.

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