Island - Physische Karte

Skandinavien, Baltikum - Physische Karte
978-3-14-100900-2 | Seite 112 | Abb. 1| Maßstab 1 : 6000000

Überblick

Die rund 100 000 km² große Insel Island ist etwa 20 Millionen Jahre alt und damit relativ jung. Ihre Entstehung verdankt sie der Lage auf dem untermeerischen Mittelatlantischen Rücken, an der Nahtstelle zweier Erdplatten. Hier driften die eurasische und die nordamerikanische Platte auseinander, wodurch Magma nach oben austritt, das fortwährend die Insel gestaltet. Island gilt als größte Vulkaninsel der Welt.

Vulkanismus

Der Zentralbereich des Mittelatlantischen Rückens durchquert Island von Südwesten nach Nordosten. Die Erdkruste ist an dieser Stelle besonders dünn, sodass Island von aktiven Vulkanen überzogen ist. Zwischen Surtsey und dem Öxarfjord bilden sie eine Kette, die den Verlauf des Mittelozeanischen Rückens markiert. Im Südwesten Islands verläuft eine Querstörung, an der der Mittelozeanische Rückenversetzt ist; auch diese Linie lässt sich an der Lage der aktiven Vulkane erkennen. Insgesamt sind heute noch rund 30 Vulkane auf Island aktiv.

Ein ähnliches räumliches Verbreitungsmuster zeigen die Geysire. Sie sind ein Hinweis auf das hohe geothermische Potenzial Islands, das in Geothermiekraftwerken genutzt wird (s. 114.1).

Vergletscherung

Auf die nördliche Lage am Polarkreis weist nicht nur das Gradnetz hin, sondern auch die Vergletscherung bis in Meeresnähe. Rund 12 Prozent der Insel sind mit Gletschern bedeckt. Der Vatnajöküll-Gletscher hat die Form einer Eiskappe und ist mit 8 100 km² Fläche der zweitgrößte Gletscher Europas. Unterhalb des Gletschers befinden sich einige der aktivsten Vulkane der Insel. Aufgrund subglazialer Eruptionen können sich an einigen Gletschern mitunter riesige Schmelzwasserfluten bilden.

Küsten

Der Nordwesten, Norden und Osten der Insel sind gekennzeichnet durch Fjorde und Fjärde. Während die Fjärde eher weite, mäßig tiefe Buchten bilden, sind die Fjorde durch einen steilen Trogschluss gekennzeichnet. Für den Süden Islands sind die flachen Ausgleichsküsten typisch. Neben der Hauptinsel gehört auch noch eine Reihe kleinerer Inseln zu Island, wie z. B. Vestmannaeyjer.

Besiedlung und Wirtschaft

Siedlungen und Verkehr lassen eine deutliche Orientierung auf die Küsten erkennen. Das Landesinnere der seit dem 9. Jahrhundert dauerhaft bewohnten Insel ist kaum erschlossen. Generell gilt Island als einer der am dünnsten besiedelten Staaten Europas.

Island liegt an der Grenze zwischen Atlantischem Ozean und Europäischem Nordmeer. Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung ist die 200-Seemeilen-Fischereizone, die Island die Nutzung attraktiver Fischgründe im Nordatlantik sichert (s. 276.4). Zu einer der wichtigsten Erwerbsquellen hat sich auf Island der Tourismus entwickelt, wobei die heißen Quellen, die Wasserfälle und die Gletscher die Hauptattraktionen bilden (s. 114.1).

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